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Riesenbecker Sixdays 2022

1 Monat 5 Tage her - 1 Monat 5 Tage her #1020 von JoachimK
JoachimK antwortete auf Riesenbecker Sixdays 2022
Hallo zusammen,
da zwischen dem fünften und dem sechsten Gang vier Stunden weniger Zeit zum Entspannen waren, kommt hier nun der Bericht von den beiden letzten Etappen. Etappe Nummer fünf ist mit über 22km die zweitlängste der Riesenbecker Sixdays, ist landschaftlich sehr abwechslungsreich und läuferisch anspruchsvoll. Wie beim Sechs-Gänge-Menu stellt sich auch bei der vorletzten Etappe ein gewisses Völlegefühl ein, das Gericht ist köstlich, aber der angemessene Hochgenuss stellt sich nicht wirklich ein. So auch hier - die vier vorangegangen Etappen machen sich mittlerweile sehr deutlich in den Beinen bemerkbar, eine gewisse Erschöpfung bahnt sich den Weg. Aber mit dem Eintreffen am Start, dem lesen der Sixdays Zeitung, der Diskussion mit den vielen anderen Läufern, die sich jetzt schon zum fünften Mal wieder treffen, treten diese Gefühle in den Hintergrund. Pünktlich um 18.00 Uhr fällt der Startschuss auf dem Dickenberg. zunächst geht es runter, der Dickenberg wird einmal umlaufen, bevor es durch Wälder und Wohngebiete nach Ibbenbüren geht. Viele Zuschauer lassen das durchgängig wellige Gelände ein wenig vergessen. Bei Kilometer 15 geht es an der Ibbenbürener Zeche vorbei - vor vier Jahren wurde hier noch Kohle gefördert. Danach ging es eine lange Straße bergab, aber leider nicht direkt zum Ziel am Aasee. Scharf links ging es eine schmale, steile Treppe hinauf in den Wald. Das dichte Blätterdach und das bewölkte Wetter schränkten die Sicht ein wenig ein. Es ging über Steine, Wurzeln eine Treppenanlage hinunter, wieder tiefer in den Wald. Dann kam der Schreckmoment: an einem mit dichtem Laub belegten Hohlweg habe ich mich kurzfristig entschlossen, oberhalb des Weges zu laufen, weil es mir günstiger erschien. Leider habe ich in einer Wurzel eingefädelt und dann lag ich da. So ein Mist. Ein kurzer Check, ob alles in Ordnung war, aufstehen, dem netten Läufer hinter mir den Vortritt lassen ging es jetzt deutlich vorsichtiger weiter. Der Wald war zum Glück bald vorbei und ich wusste, jetzt kommen noch gute drei Kilometer Straße bergab. Ich bin wieder im normalen Rhythmus und komme dem Ziel entgegen. Es ging noch einmal eine Brücke hoch, was nach 21km auch nicht mehr so leicht viel, und dann durfte ich durch einen großen Zuschauer Spalier ins Ziel laufen. Die Zeit war trotz des Missgeschicks gut, fast vier Minuten besser als vor vier Jahren. Das ließ für den letzten Tag hoffen. Vielleicht ist eine Gesamtzeit unter elf Stunden noch möglich.

Aber wie eingangs schon erwähnt ist die Regenerationszeit für die letzten Etappe vier Stunden kürzer (Der Start ist bereits um 14:00 Uhr, nachdem die drei vorangegangenen Starts abends um 18.00 Uhr waren). Der verkürzte obligatorische Spaziergang, der fehlende Mittagsschlaf und die bereits absolvierten fast 100km bewirkten eine gewisse Lethargie. Laut offizieller Ergebnisliste hätte ich genau zwei Stunden für die letzten 22,8km benötigen dürfen, um unter elf Stunden zu bleiben. Immerhin zwei Minuten schneller als vor vier Jahren. Gleichzeitig war diese Schwere in den Beinen, die mich zweifeln ließen, ob dieses Ziel wirklich realistisch ist. Der Startschuss kam, die ersten Kilometer gingen flach durch die Landschaft und es war klar: die Zweifel waren berechtigt. Zwar konnte ich das Tempo der Vortage einigermaßen halten, aber mehr war nicht drin. So ging es dann die letzten drei Rampen durch den Teutoburger Wald. Der Untergrund war ähnlich wie am Vortag - Wurzeln, Steine und viele Unebenheiten. Noch einen Sturz wollte ich nicht riskieren, also ging es deutlich vorsichtiger als an den anderen Tagen durch dieses Gelände. Nach zwölf Kilometern wusste ich: jetzt kommt der angenehme Teil: flache Strecke am Kanal entlang, durch das ehemalige Golddorf Bevergern ging es Richtung Riesenbeck. Auf den letzten Kilometern konnte ich noch einige Läufern überholen, die vorsichte Herangehensweise im Wald hatte auch ihr Gutes. Der letzte Kilometer war Gänsehaut pur - viele jubelnde Zuschauer, jeder Finisher wurde namentlich von Michael Brinkmann empfangen. Für diesen Empfang lohnen sich die 120km! Herrlich.
An der Spitze gab es auf dieser Etappe ein Novum: der Etappensieger hieß diesmal nicht Erwin Akkermann, sondern Patrick Kacynski. Der zweitplatzierte in der Gesamtwertung konnte Erwin einige Sekunden abnehmen! Trotzdem hat Erwin Akkermann auch diese Sixdays für sich entschieden - Gesamtsieg Nummer vier. Er ist der erste Sieger, der über vierzig Jahre alt ist. Patrick Kacynski wurde zweiter vor Timo Gottwald vom SV Teuto Riesenbeck. Alle drei blieben unter acht Stunden - eine gewaltige Leistung. Bei den Damen ließ Jana Kappenberg aus Münster nichts anbrennen - sie gewann deutlich vor Hanna Arlom und ließ nur sechs Männern den Vortritt - Respekt. Damit kann jetzt auch das Dessert abgeräumt werden - das Menü ist eingenommen. Es war wieder herrlich in Riesenbeck. Ob ich in zwei Jahren wieder dabei bin? Vermutlich schon - es wäre natürlich schön, wenn die / der ein oder andere aus dem LVO auch mit dabei wäre. Potential ist genügend da, und es sollte mehr diese Erfahrung machen.
Bis bald
Joachim 

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1 Monat 1 Woche her #1018 von Stromberger
Stromberger antwortete auf Riesenbecker Sixdays 2022
Guten Tag Joachim,

herzlichen Glückwunsch zu deinem klugen Rennen.

Du liegst aktuell ca. 6 1/2 min vor deiner Zeit aus 2018! 

Du siehst, dass die große Erfahrung tatsächlich einen echten Ausgleich zum körperlichen Altern darstellen kann.

Ich drücke weiterhin die Daumen, dass es noch zweimal so erfolgreich weiterlaufen wird.

Ich bin fest davon überzeugt, dass deine täglichen Geheinheiten zwischen den Rennen einen Anteil an dieser Steigerung haben! Die kannst du nur in dieser Form einrichten, wenn du vor Ort die 6 Tage eine Unterkunft genommen hast!

Liebe Grüße aus Stromberg, auch an Jutta!

Bis dann

Manfred

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1 Monat 1 Woche her - 1 Monat 1 Woche her #1017 von JoachimK
JoachimK antwortete auf Riesenbecker Sixdays 2022
Guten Tag allerseits,
der vierte Gang war gut bekömmlich, allerdings nur, wenn man am Anfang alles richtig macht. Wer den Fisch auf dem Teller richtig filetiert, hat danach höchsten Genuss ohne nach Gräten suchen zu müssen. Für die gestrige Etappe hieß dass, mit großer Demut aus Mettigen hinauf auf den Schafsberg, die mit einer Steigung von 35% angeblich die steilste Straße in NRW ist. Nach diesen 3,5 Kilometern wurde der Lauf zum Genuss. Bei leichtem Regen mit ein wenig Wind und guter Luft ging es durch hügeliges Gelände Richtung Dickenberg. Die Streckenführung ging zu 80% durch Wälder - fast schon ein wenig verwunschen. Der Zieleinlauf in Dickenberg ist traditionell ohne Rahmenprogramm, eas der guten Stimmung aber keinen Abbruch tat.
Für mich sprang mit Platz 170 die bislang beste Tagesplatzierung heraus - die Zeit war mit 1:34:49 deutlich besser als vor vier Jahren. Nun hoffe ich natürlich, dass mich dieser Schwung auch über die letzten beiden Etappen trägt. An der Spitze wurde es gestern Abend eng - Erwin Akkermann gewann mit lediglich 4 Sekunden Vorsprung vor dem Ultraläufer Patrick Kaczynski. Ob Patrick in der Gesamtwertung noch angreifen kann darf bei einem Rückstand von über 4 Minuten bezweifelt werden. Bei den Damen sieht es momentan nach einm Start - Ziel Sieg von Jana Kappenberg (LSF Münster) aus - sie gewann erneut vor Hanna Arlom und führt die Gesamtwertung mit über sechs Minuten an. Mit Platz acht bzw. sechzehn mussten sich die beiden nur von wenigen Männern geschlagen geben.
Heute geht es zum Ibbenbürener Aasee. Über 22km mit fast 300 Höhenmetern ist es die zweitlängste Etappe.
Bis dahin
Joachim

Zielankunft in Dickenberg
 


 
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1 Monat 1 Woche her #1016 von JoachimK
JoachimK antwortete auf Riesenbecker Sixdays 2022
Guten Tag allerseits,
für den dritten Gang wurde vom Chefkoch Michael Brinkmann leichte Kost angekündigt: vom stimmungsvollen Start in Tecklenburg ging es zunächst steil bergab Richtung Ledde, einem kleinen Ort am Fuße von Tecklenburg. Nach einem kuzen Stau (die Strecke verengte sich von einer normalen Straße auf einen schmalen Pfad) ging es durch Wälder und Wiesen dorch den beschaulichen Ort. Es folgten mehere Kilometer durch hügeliges Gelände. Am zuvor angekündigten Bahnübergang wurde mir keine Pause "gegönnt", ich war schneller als der Zug ;-). Dann folgten zwei steile Rampen, die mir alles abverlangten, ganz so leicht verdaulich war der dritte Gang dann doch nicht. Die letzten zwei Kilometer waren dann ein whares Vergnügen - einfach "rollen" lassen in den Mettinger Ortskern. Hier herrschte wie immer Volksfeststimmung, die leider durch einen starken Regnschauer direkt nach meiner Zielankunft ein wenig getrübt wurde.
An der Spitze war auch diesmal Erwin Akkermann das Maß aller Dinge - er siegte mit "nur" 20 Sekunden Vorsprung vor Patrick Kacynski, der den bislang Zweiten Timo Gottwald auf den dritten Platz verdrängte.
Bei den Damen ergab sich keine Änderung: Jana Kappenberg aus Münster siegte vor Hanna Arlom und baute damit ihre Führung in der Gesamtwertung weiter aus.
Für mich war es Platz 208 in der Tageswertung - in der Gesamtwertung liege ich auf Platz 195 - immer noch jnapp in der ersten Hälfte des nur auf 423 geschrumpften Teilnehmerfeldes.
Heute Abend geht es dann nach von Mettingen weiter nach Dickenberg. Es ist mit 17,6 km die kürzeste Etappe, allerdings sind auch wieder über 300 Höhenmeter zu bewältigen. Nach den ersten drei Tagen fühlen sich meine Beine schon ziemlich schwer an - warten wir ab, was der Lauf bringt.
Bis Morgen
Joachim

Der Start in Tecklenburg:
 

Kurz vor dem Ziel:
 
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1 Monat 1 Woche her #1015 von JoachimK
JoachimK antwortete auf Riesenbecker Sixdays 2022
Guten Abend allerseits,
der angekündigte Hauptgang ist abgeräumt und es war herausfordernd, ihn stilvoll und unfallfrei zu verzehren. Die zweite Etappe hat das anspruchsvollste Streckenprofil mit über 400 Höhenmetern, drei steilen Rampen und nicht immer einfach zu laufenden Untergrund. Die ersten drei Kilometer waren zum Warmlaufen, dann ging es direkt eine steile Rampe hoch. Mir war von vornherein klar, dass ich diese wie auch die folgenden Rampen an ihren steilsten Stellen gehen würde - es gilt auch am zweiten Tag, Kräfte für die folgenden vier Tage zu sparen. Mit dieser Idee war ich dann auch nicht allein. Oben angekommen ging es auf einem schönen Waldweg Richtung Brochterbeck, dort vorbei an vielen Zuschauern weiter nach Tecklenburg. Auf dem Weg dorthin eine weitere Rampe inklusive einiger Stufen ging es auf einem schmalen Weg nach Tecklenburg. Dort angekommen war das Ziel noch nicht erreicht - es ging noch einmal den "Hexanfpad" üner einen verwurzelten Weg in halbrecherischer Manier hinab zu einem idyllischen Ort mit Wäldern, Teichen und viel Ruhe. Nach ungefähr einem Kilometer dann der letzte steile Anstieg zum "Himmelreich". Einmal noch kämpfen - dann ging es ins Ziel. 1:55:04 bedeutet Etappenplatz 184 - nach Platz 199 gestern. Im Ziel wartete dann ein Überraschung: Angelika und Franz, mit denen ich die Sixdays vor sechs Jahren angegangen bin waren in Tecklenburg. Sehr aufbauend und motivierend.
An der Sitze bleibt alles beim Alten: Erwin Akkermann hat auch diese Etappe mit einem Vorsprung von anderthalb Minuten vor Time Gottwald (SC Teuto Riesenbeck) gewonnen. In einem Interview mit der Ibbenbürener Volkszeitung (Sonderausgabe für die Sixdays) sieht Gottwald wenige Chancen für sich "... Erwin ist am Berg so stark, er wird auch diesmal gewinnen".
Bei den Damen muss ich mich korrigieren - es gestern gewann Jana Jana Kappenberg (Lsf Münster vor Hanna Arlom (LG Emsdetten). Die beiden liefebn auch heute in dieser Reihenfolge ins Ziel.
In der Gesamtwertung konnte ich mich um fünf Plätz e auf Platz 194 verbessern.
Der dritte Gang morgen wird nicht ganz so schwierig wie heute; über 17km bei 200 Höhenmetern geht es von Tecklenburg nach Mettingen. Der Start ist um 18:00 Uhr - also haben wir 4 Stunden mehr Zeit zur regenerieren.
Bis morgen
Joachim 

Kurz vorm Ziel:
 
 
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1 Monat 1 Woche her #1014 von Stromberger
Stromberger antwortete auf Riesenbecker Sixdays 2022
Guten Morgen Joachim,

es freut mich sehr, dass du uns wieder an deinem großen „Essen“ teilnehmen lässt. Es ist für mich immer wieder spannend, von deinen Erlebnissen zu lesen.

Für heute wünsche ich dir einen ganz guten Genuss des ersten echten Leckerbissens.

Grüße auch deine Betreuerin Jutta!

Bis dann

Manfred

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1 Monat 1 Woche her - 1 Monat 1 Woche her #1013 von JoachimK
Riesenbecker Sixdays 2022 wurde erstellt von JoachimK
Guten Morgen allerseits,
nach vier Jahren war es gestern wieder so weit: der SV Teuto Riesenbeck mit seinem Cheforganisator Michael Brinkmann hat die 16. Ausgabe der Reiesenbecker Sixdays gestartet. Es fühlt sich richtig gut an, nach so langer Wartezeit hier wieder am Start zu sein. Die Sixdays sind vergleichbar mit einem opulenten 6-Gänge Menü: die erste Etappe ist eine leichte Vorspeise - Nach dem stimmungsvollen Start in Riesenbeck geht es über 14 km in relativ flachem Gelände Richtung Ibbenbüren. Viele Zuschauergruppen sorgten für unterwegs für Stimmung - am Kanal sogar von den Binnenschiffern. Ganz ohne Quälerei geht es aber auch bei der ersten Etappe nicht - von Kilometer 15-16 war eine steile Rampe mit vielen Wurzeln und Steinen zu bewältigen - es soll ja nicht zu einfach sein. Nachdem diese erste Herausforderung geschafft war, ging es berag nach Ibbenbüren. Der Zieleinlauf auf dem Marktplatz in Ibbenbüren sorgte für Gänsehautfeeling - eine rieseige Anzahl Zuschauer hat die Läufer im Ziel empfangen. Besonders motivierend war wie immer die Zielmoderation - jeder Finisher wurde namentlich begrüßt. Damit sind die ersten 19 von ca. 121km geschafft.
Leider hat Corona auch bei den Sixdays Spuren hinterlassen - nur 443 Läuferinnen und Läufer sind im Ziel angekommen - in den letzten Ausgaben lag die Finsherzahl jeweils bei ca. 600. Ich bin bin gut durchgekommen. Mit 1:42:53 liege ich 3 Minuten hinter meiner Zeit von 2018 - das kann nur am Alter liegen ;-).
An der Spitze nicht neues: bei den Herren liegt wieder einaml Erwin Akkermann aus Hoogeveen / Niederlande vorne. Wird der Seriensieger noch einen Erfolg hinzufügen? Bei den Damen liegt mit Hanna Arlom ebenfalls die letzte Siegerin vorne. Aber wie schon gesagt - das war erst die Vorspeise - bis zum Dessert dauert es noch 5 Tage.
Heute kommt der erste Hauptgang - über 20km und über 450 Höhenmeter liegen vor uns auf dem Weg nach Tecklenburg.
Allen Lesern einen schönen Sonntag
Joachim

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